Perlen sind eine grosse Leidenschaft von uns! Gerne führen wir Ihnen hier ein paar spannende Facts auf:
1. Das Märchen vom Sandkorn
Seit jeher hält sich dieses Märchen hartnäckig, dass eine Auster angeblich eine Perle bildet, wenn ein Sandkorn oder ähnliches in ihr empfindliches Inneres eindringt, um sich so vor Fremdkörpern zu schützen. Diese Theorie ist jedoch schon seit Jahrzehnten widerlegt. Es wurden schon tausende von Natur-Perlen geprüft, und noch nie wurde in einer natürlichen Perle ein Sandkorn gefunden. Ein Tier, welches sozusagen im Sand lebt, kann mit Sand sehr gut umgehen, ohne gleich jedes Mal eine Perle bilden zu müssen.
Die Entstehung einer echten, natürlichen Perle ist ein noch viel grösseres Wunder:
Die Voraussetzung, dass eine Perle entstehen kann, ist eine Verletzung an der Auster selbst. Zum Beispiel durch einen Sturm, einen Parasiten oder den Angriff eines Raubtieres auf die Auster, muss ein Stück Epithel (dies ist das vorderste, Perlmutt bildende Gewebe der Auster, welches dafür sorgt, dass die Austernschale wächst und grösser wird) von der Auster abgerissen werden. Dieses kleine Stückchen Epitel darf im Anschluss nicht einfach in den Weiten des Meeres verschwinden, sondern muss durch grossen Zufall zwischen Auster-Tier und Auster-Schale rutschen. Dann muss das Epithel lange genug dort verharren, bis es mit dem Rest des Gewebes wieder verwächst. Da nun die Lebensaufgabe von Epithel darin besteht, neues Perlmutt zu bilden, fährt es einfach mit dieser Tätigkeit fort. Allerdings ist es nun nicht mehr dort, wo es eigentlich hingehört. Weil das Perlmutt nicht mehr an der Schale abgelagert werden kann, wächst es in dem Gewebesack, in welchem es jetzt eingeschlossen ist, einfach Kugelförmig um sich herum. É voila: Eine Perle entsteht!
2. Ein unglaublich seltenes Phänomen
Wenn man die richtige Entstehung einer Perle einmal kennt, wird einem auch bewusst, wie unglaublich selten die Entstehung einer natürlichen Perle sein muss! Gerade mal alle 4200 Austern wird im Schnitt eine natürliche Perle gefunden!! Und die wenigsten Perlen davon sind perfekt rund. Die meisten Perlen sind barock, tropfenförmig, oval, haben eine fehlerhafte Oberfläche oder nicht die gewünschte Farbe.
3. Hochblüte während der Jugendstil-Zeit
Schon seit Jahrtausenden werden Perlen von den Menschen wegen ihrer Schönheit und Seltenheit geschätzt. Lange Zeit war es nur den adeligsten Menschen vergönnt, sich an Perlen zu erfreuen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang 20. Jahrhundert erreichte die Nachfrage nach Perlen ihren Höhepunkt. Perlen wurden als eines der kostbarsten Güter gehandelt und erreichten absolute Höchstpreise. 1917 kaufte der französische Juwelier Jacques Cartier in New York an der exklusiven 5th Avenue ein 6-Stöckiges Haus: Er bezahlte es mit einer zweireihigen Perlenkette im Wert von umgerechnet über 2.5 Mio. Franken.
4. „La Peregrina“: die berühmteste Perle der Welt
Viele Perlen und Edelsteine haben im Laufe der Zeit Geschichte geschrieben. Eine dieser Kostbarkeiten ist die birnenförmige Natur-Perle „La Peregrina“. Einst gehörte sie der Königin von England, Maria Tudor. 1969 wurde sie von Richard Burten ersteigert, der sie in ein kostbares, mit Diamanten und Rubinen besetztes Collier einarbeiten liess und dieses seiner grossen Liebe, dem Film-Star Liz Taylor schenkte. Die opulente Kostbarkeit wird heute auf über 11 Mio. Franken geschätzt!
5. Der Beginn der Perlen-Zucht
Aufgrund der riesigen Nachfrage um die Jahrhundertwende, waren die meisten Sandbänke, auf welchen nach Perlen-Austern getaucht wurde, bald völlig ausgeschöpft und viele Korallenriffs zerstört. Dies rief einige Erfinder und Tüftler auf den Plan, nach einer Möglichkeit zu suchen, um Perlen züchten zu können. Dem ersten, dem dies nach 12 Jahren Experimentieren gelang, war der Japaner Kokichi Mikimoto, Sohn eines japanischen Nudelfabrikanten. Er entdeckte, dass das Perlmutt bildende Gewebe „Epithel“ der Schlüssel zur Entstehung einer Perle ist. So konnte er einen Kern aus poliertem Perlmutt zusammen mit einem Stückchen Epithel in die Perlen-Auster an die richtige Stelle einsetzen. Das Epithel wächst mit dieser Methode um den Kern herum, schliesst ihn ein und setzt das Perlmutt, dass es weiterhin bildet, auf dem Kern ab.
6. Zuchtperlen heute
Noch heute werden Zuchtperlen (Südsee- und Akoyaperlen) nach dem von Mikimoto entwickelten Prinzip gezüchtet. In den vergangenen 100 Jahren hat man sehr viel über Perlen dazu gelernt, neue Austern-Arten gezüchtet um noch bessere Resultat zu erhalten und die Techniken perfektioniert.
Dennoch produziert bei weitem nicht jede Zucht-Auster eine Perle. Stürme, Parasiten oder andere Einflüsse können dazu führen, dass die Zucht misslingt.
• Nur bei 30 % aller Zucht-Austern gelingt die Perlen-Zucht
• lediglich 10% davon sind kommerziell brauchbar
• 3% davon sind perfekt rund
• gerade einmal 0.5% wiederum davon sind von höchster Qualität
Dies lässt einen den Wert eines perfekten runden Colliers, bei dem alle Perlen genau gleich gross und in der gleichen Farbe sind, erahnen.
Echte Naturperlen findet man heute vor allem noch in antiken Schmuckstücken. Natürlich gibt es noch immer Fans dieser kostbaren Schätze der Meere, aber Perlen die man heutzutage zu Schmuck verarbeitet, sind fast ausschliesslich Zuchtperlen.
7. Süsswasser-, Südsee- und Akoya-Perlen
Zuchtperlen kann man grob in drei Kategorien unterteilen:
- Perlen aus Süsswasser-Seen und Flüssen
- Perlen aus dem Meer
- Akoya-Perlen
Die Süsswasserperlen haben ungefähr seit den 80er Jahren eine enorm starke Entwicklung erlebt. Waren diese Perlen früher noch als kleine, z.T. reiskornähnliche, verschrumpelte Perlen bekannt, können heute sehr schöne, fast runde Perlen mit Grössen zwischen 1 -10mm gezüchtet werden. Im Gegensatz zu den sehr empfindlichen Südsee- und Akoya-Austern brauchen Süsswasserperlen viel weniger Pflege und kommen auch in Wasserbedingungen. In einer einzigen Muschel können bis zu 50 Süsswasser-Perlen gezüchtet werden. (In Südsee- und Akoya Austern kann meist nur eine bis zwei Perlen auf einmal gezüchtet werden)
Im Gegensatz zu den Salzwasser-Perlen und den Ming-Perlen werden klassischen Süsswasser-Perlen kernlos gezüchtet. Aus diesem Grund sind die allerwenigsten Süsswasser-Perlen perfekt rund.
Neben den klassischen Süsswasser-Perlen hat sich in den letzten Jahren eine weitere Süsswasser Zuchtperlen-Art etabliert
Die Ming-Perle
Ming-Perlen sind eine relativ junge, innovative Zuchtperle. Sie wachsen in grossen Flussmuscheln in Süsswasserseen im Süden Chinas heran. Nach Jahrelanger Entwicklung und Verbesserung in der Perlen-Zucht, gelang es erst ca. ab 2008, diese grossen Süsswasser-Perlen mit Kern ähnlich wie bei Salzwasser-Perlen züchten zu können. Typischerweise erreichen Ming-Perlen Durchmesser von etwa 10 bis 15 mm, einige Exemplare wachsen sogar auf bis zu 20 mm heran, was deutlich grösser ist als klassische Süßwasserperlen. Besonders faszinierend ist das Farbspektrum der Ming-Perlen: Sie kommen in natürlichen Pastell- und Metallic-Tönen vor, die von zarten Rosa-Tönen bis zu äusserst kräftigen "Barry", Flieder und Violett über warmes Lachs-Orange bis hin zu Champagner-, Gold- oder sogar Bronze- und Brauntönen reichen.
Die Zucht einer Ming-Perle dauert 2 - 6 Jahre.
Südseeperlen: Unsere Passion! Bei Südseeperlen komme ich fast nicht aus dem Schwärmen heraus! Die unglaubliche Vielfalt in Farben, Formen, Grössen und Charakter dieser Perlen begeistert mich immer wieder aufs Neue. Kennen Sie neben den klassischen weissen auch die intensiv goldfarbenen Südseeperlen? Konnten Sie sich schon von den geheimnisvoll schimmernden Farbtönen der Tahitiperlen in ihren Bann ziehen lassen? Waren Sie schon einmal überwältigt vom Farbspektrum von Grün-, Blau, Grau- bis zu Violett- und Rottönen, welche sich zum Teil in einer einzigen Perle zeigen?
Nein? Dann lade ich Sie herzlich auf einen Besuch in unserem Geschäft in Zürich ein! Perlen sind in vielerlei Hinsicht sehr spannend, aber um von ihnen ganz in den Bann gezogen zu werden, muss man sie erleben.
Südseeperlen erreichen Durchmesser von 7mm - 18mm. Ganz selten bis zu 21mm. Südseeperlen, die kleiner als 7mm sind, sind allerdings sehr schwer zu finden.
Die Zucht einer Südseeperle dauert 1.5 - 3 Jahre.
Akoya-Perlen werden von vielen Fans vor allem wegen ihrem extrem starken Lüster (Oberflächen-Glanz) hoch geschätzt. Sie werden ebenfalls im Meer gezüchtet, gehören aber zu einer ganz anderen Gattung als die Südseeperlen. Leider weisen Akoya-Perlen meistens eine Perlmuttdicke von nicht mehr als 0,7mm auf. Diese kann mit der Zeit brüchig werden und abblättern oder sich durch das Tragen abnutzen. Südseeperlen haben im Vergleich dazu eine Schichtdicke von 1.5 - 4mm. Akoya-Perlen sind meist weiss und rund.
Der Durchmesser erreicht 2mm - max. 9mm.
Die Zucht einer Akoya-Perle dauert zwischen 6 Monaten und 2 Jahren
8. Südseeperlen: Ein nachhaltiges Produkt, um unsere Meere zu schützen
Um den Südseeperlen noch eine Krone aufzusetzen, darf hier erwähnt werden, dass man mit dem Kauf solcher Perlen den Erhalt unserer Meere unterstützt:
Salzwasser-Austern sind sehr empfindliche Tiere. Sie gedeihen nur unter absolut perfekten Bedingungen. Stürme, Parasiten, Temperaturschwankungen, Wasserverschmutzung und vieles mehr vernichten jedes Jahr einen grossen Teil der Perlenernte. Auf Perlenfarmen wird jeden Tag die Wassertemperatur gemessen. Entsprechend werden die Muschel-Körbe, in welchen die Austern im Meer hängen, hochgezogen oder weiter herunter gelassen. Monatlich werden die Muscheln von Tauchern von Parasiten befreit, kontrolliert und gepflegt. Viele Regionen um Nordaustralien, Indonesien, Tahiti usw. leben fast ausschliesslich von der Perlenzucht. In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für eine saubere Umwelt sehr stark zugenommen. Nur wenn die Meere absolut sauber gehalten werden und die Wasserbedingungen optimal sind, kann eine hochwertige Perlen-Ernte erreicht werden.
Eine gute Perlenauster kann bis zu 3x eingesetzt werden um darin eine Perle zu züchten. Entgegen vieler Meinungen wird eine Perlenauster nach der Zucht nicht einfach weggeworfen. Jeder einzelne Bestandteil der Auster wird weiter verwertet: Ein Teil der Auster kann gegessen werden, aus dem Rest der Auster wird Tierfutter hergestellt. Und sogar die Schale der Auster wird wegen ihres hohen Anteils an Kalk zu begehrtem Baumaterial verarbeitet.
9. Die Beurteilung einer Perle
Um eine Perle nach ihrem Wert beurteile zu könne, braucht es jahrelange Erfahrung, ein geschultes Auge und ein ständiges Beobachten des Marktes.
Die wichtigsten Kriterien sind:
- der Lüster (Glanz)
- die Grösse
- die Form
- die Oberfläche
- die Farbe (vor allem bei weissen Perlen)
Ich persönlich würde den Lüster immer allen anderen Kriterien vorziehen. Eine Perle kann noch so gross, rund und perfekt sein – wenn ihr der Lüster fehlt und sie matt und stumpf ist, ist sie in meinen Augen nicht viel wert. Die Grösse und „Rundheit“ einer Perle hat natürlich auf die Seltenheit und somit auch auf den Preis einen grossen Einfluss. Nur ganz wenige Prozent aller geernteter Perlen sind rund und haben einen Durchmesser von über 15mm. Beim Kauf eines Perlencolliers sollte aber in erster Linie darauf geachtet werden, was einem gefällt, welche Farbe zum Hautton passt und mit welcher Grösse man sich wohl fühlt. Hier hilft eine gute, professionelle Beratung. Ein gutes Juweliergeschäft führt gar keine Perlen mit schlechtem Lüster in ihrer Kollektion. Vorsicht und ein eigenes Mass an Kenntnis über einen guten Lüster ist geboten, wenn Perlen im Ausland (hauptsächlich in Asien) gekauft werden.
Kreative Formen und ringförmige Oberflächenstrukturen („Circle“) können zum Beispiel bei Barock- oder Circle-Perlen zu sehr spannenden Ergebnissen führen. Oft werden grosse, barocke Exemplare von Goldschmieden zu kreativen Unikaten verarbeitet. Colliers aus Circle-Perlen sind im Vergleich zu ihren runden Kollegen enorm preisgünstig und haben einen etwas sportlicheren Charakter.
10. Umgang mit Perlen / Pflege-Tipps
Perlen sind zusammen mit Koralle der einzige „Edelstein“ der Erde, der nachwächst. Aber gerade weil sie wachsen und keine Steine sind ist ein behutsamer Umgang mit ihnen sehr wichtig. Perlen bestehen aus organischem Material (Hauptsächlich Aragonit und Conchyn). Die Struktur und Anordnung dieser Materialien machen die Perle zwar enorm widerstandsfähig bei Schlägen. Jedoch vertragen sie sich überhaupt nicht mit jeglicher Form von Säuren und Chemikalien. Daher sollte ein Perlencollier nicht unmittelbar nach dem Eincrèmen der Haut angezogen werden. Fatal für Perlen ist der Kontakt mit Parfums, Haarsprays und Ähnlichem. Tragen Sie Perlenohrstecker nicht beim Haare Waschen. Auch da kommen sie mit Chemikalien in Berührung! Durch den Kontakt mit Chemikalien können Perlen in kurzer Zeit ihren schönen Lüster verlieren und werden matt und stumpf. Es empfiehlt sich, ein Perlencollier von Zeit zu Zeit mit einem feuchten Tuch ab zu reiben.
Achten Sie beim Aufbewahren Ihrer Perlen darauf, dass sie möglichst wenig mit anderem Schmuck oder Gegenständen in Berührung kommen. Ihre Oberfläche ist zwar widerstandsfähig gegen Schläge, nicht aber gegen Kratzer!
Ich selber trage ein Collier aus runden Tahitiperlen seit 12 Jahren – praktisch jeden Tag, zu jeder Garderobe und jedem Anlass. Und die Perlen sehen noch immer aus wie am ersten Tag!
Eine Perle die „Artgerecht“ behandelt wird, kann ohne weiteres ein Lebensalter von mindesten 200 Jahren erreichen.